Hip Hop für ein bisschen Normalität

Die Hip Hoper aus den Reihen des Tanz-Club Rot-Weiß Kaiserslautern haben gerade jüngst unter Beweis gestellt, was in ihnen steckt. Sie sind siegreich und mit zahlreichen Podiumsplätzen vom großen Cup in Baden-Württemberg zurückgekehrt. Trainerin Olena Kovalska nennt lachend den Grund für das Erfolgskonzept: „Wir tanzen nicht zum Spaß, wir wollen gewinnen!” Olena Kovalska stammt aus der Ukraine, war eine international erfolgreiche Hip Hop- und Disco-Tänzerin. Die heute 30-Jährige qualifizierte sich als Elfjährige für ihre erste EM und WM im Hip Hop, war mit 13 mit der Mannschaft im Standard-Formationstanz bei der WM.

Mit 16 belegte sie bei der Hip Hop-WM Platz sieben und kannte nur noch den Tanz. „Tanzen macht mich glücklich!” Das galt damals und gilt noch heute. 2013 kam sie als Austauschstudentin im Bereich Finanzwesen nach Deutschland und ist geblieben. Seit 2016 lebt sie in Kaiserslautern, arbeitet im Controlling am Leibniz-Institut für Verbundwerkstoffe, ist verheiratet, hat zwei Kinder. Das Tanzen gehört noch immer zu ihrem Leben. Da sind einmal ihre Gruppen, die sie beim TC Rot-Weiß trainiert und da ist der ständige Blick in ihre Heimat, in die Ukraine. „Tanzen ist dort sehr ausgeprägt, die ganze Gesellschaft tanzt.” Der Tanz und vor allem der sportliche Tanz gehöre in diesem Land einfach zum Leben auch oder gerade in diesen schlimmen Zeiten. „Da fällt überall der Strom aus und doch tanzen sie in einigermaßen sicheren Räumen”, spricht Olena Kovalska von den Erfolgen, die gerade bei der in Braunschweig ausgetragenen WM von der ukrainischen Formation im Lateintanzen erbrachte wurde.

Erst kurz vor der WM erhielt das ukrainische Team Adagio die Ausreisegenehmigung, schaffte es ins Finale und stand am Ende auf Rang fünf. Wo andere Mannschaften in Sicherheit und beständig für die WM trainieren konnten, mussten sich die Ukrainerinnen und Ukrainer unter schwierigsten Bedingungen vorbereiten, haben dabei immer getanzt als sei es das letzte Mal. „Das ist die Ukraine”, zeigt sich Olena Kovalska stark beeindruckt von einem Team, für das der Tanz zwischen Leidenschaft und Leid alles bedeutet. Genau deshalb zeigt sich die Tanztrainerin des TC Rot-Weiß auch nicht groß verwundert, dass mittlerweile 14 ukrainische Mädels zwischen elf und 18 Jahren alleine bei ihr in der Hip Hop- und Disco-Tanzgruppe sind und mehr als Spaß wollen. „Sie wollen Richtung Leistung tanzen, wollen viel und intensiv trainieren”, versteht sie die Mädchen sehr gut, denen das Tanzen genauso im Blut steckt wie ihr. Nur ganz so oft wie die Mädels wollen, geht es beim TC Rot-Weiß gar nicht, so viel Hallenplatz gibt es derzeit halt nicht. Aber immerhin: Sie tanzen, können sich so der Heimat nah fühlen und doch für kurze Zeit vergessen, welche tragischen Momente hinter ihnen liegen. Olena Kovalska unterrichtet übrigens in deutscher Sprache. „Nur wenn es gar nicht geht, übersetze ich ins Ukrainische”, weiß sie, dass die Mädels neben dem Tanz vor allem auch die deutsche Sprache brauchen.

Text: Doris Theato, Rheinpfalz

 

Mit Silber und Bronze die Saison beendet

Der Saisonabschluss gelang den TC Rot-Weiß Tanzpaaren Frölich und Kraayvanger nahezu perfekt. Beide Paare standen auf dem Weihnachtsturnier des Tanz-Clubs Oranien Elz-Limburg-Bad Camberg im Bürgerhaus Elz auf dem Podest.
In der Klasse S wusste sich das Ehepaar Siglinde und Roland Frölich bei starker Konkurrenz im Standard Master III gekonnt in Szene zu setzen. Mit Leichtigkeit und großer Eleganz präsentierte das Tanzpaar seine fünf Tänze. Beim variantenreich getanzten Slow Fox nahmen sich Siglinde und Roland Frölich sogar Zeit, mit dem Publikum zu schäkern und dieses zu verzaubern. Die Stimmung im Saal wuchs, und das TC Rot-Weiß-Paar fand sich am Ende mit einem ertanztem Weihnachtswichtel auf Platz zwei. Mit einem „HappyFeeling“, so Siglinde Frölich, beendeten sie die Turniersaison 22 erfolgreich. Astrid und Stefan Kraayvanger, unterwegs in der Klasse Standard Master III B, waren ebenfalls absolut zufrieden mit der Saison. Sie ließen fünf Paare hinter sich und bestiegen das Podest auf Platz drei.

Text: Doris Theato, Rheinpfalzartikel vom 23.12.22